Varroamilbe. Was kann man gegen Sie machen?

Die Varroamilbe auf einer Biene

Die Varroamilbe: Herkunft, Biologie und Bedrohung für die Bienen

Die Varroamilbe, wissenschaftlich bekannt als Varroa destructor, ist zweifellos einer der gefürchtetsten Schädlinge in der Welt der Imkerei. Ihre Präsenz in Bienenstöcken auf der ganzen Welt hat einen erheblichen Einfluss auf die Bienengesundheit und die Bienenzucht gehabt. In diesem informativen Text werden wir uns eingehend mit der Varroamilbe beschäftigen, ihre Herkunft, Biologie und die Bedrohung, die sie für unsere geschätzten Honigbienen darstellt.

Ursprung und Herkunft:

Die Varroamilbe hat eine faszinierende, wenn auch beunruhigende Herkunftsgeschichte. Ursprünglich war sie ein Parasit der asiatischen Honigbiene (Apis cerana), die im asiatischen Raum beheimatet ist. Diese Parasiten blieben weitgehend unauffällig und unschädlich, da die asiatischen Bienen eine gewisse Toleranz gegenüber den Milben entwickelt hatten. Allerdings gab es einen entscheidenden Moment in der Geschichte der Varroamilbe – sie wechselte auf die europäische Honigbiene (Apis mellifera), die in Europa und den meisten Teilen der Welt am häufigsten gehaltene Bienenart. Dieser Übergang ereignete sich wahrscheinlich, als europäische Bienen und asiatische Bienen in engerem Kontakt kamen, sei es durch Handel oder andere Faktoren.

Biologie der Varroamilbe:

Die Varroamilbe ist ein winziges, achtbeiniges Arachnideninsekt, das sich von Bienenlarven und -puppen ernährt. Die weiblichen Milben betreten eine Bienenbrutzelle, legen ihre Eier und ernähren sich vom Bienenbrutgewebe. Nachdem sie herangewachsen sind, verlassen die erwachsenen Milben die Brutzelle, um sich an erwachsenen Bienen zu heften und sich von ihrem Hämolymph (Blut der Bienen) zu ernähren.

Ein einziger Befall mit Varroamilben kann verheerende Auswirkungen auf ein Bienenvolk haben. Die Bienen werden geschwächt, die Brutzellen verformt sich, und die Lebensdauer der erwachsenen Bienen verkürzt sich dramatisch. Dies führt zu einem Rückgang der Bienenpopulation und kann sogar zum Zusammenbruch eines Bienenvolkes führen.

Bedrohung für die Bienen:

Die Varroamilbe ist zweifellos eine der schwerwiegendsten Bedrohungen für Honigbienen weltweit. Sie schwächt die Bienen, überträgt Viren und trägt wesentlich zur hohen Sterblichkeitsrate von Bienen bei. Die Beeinträchtigung der Bienengesundheit durch diese Milben hat erhebliche Auswirkungen auf die Imkerei und die Bestäubung von Nutzpflanzen.

Im Kampf gegen die Varroamilbe setzen Imker verschiedene Methoden ein, um den Befall zu kontrollieren. Dazu gehören chemische Behandlungen, biologische Methoden und Zuchtbemühungen, um Bienenlinien zu entwickeln, die widerstandsfähiger gegen die Milben sind. Die Suche nach effektiveren Lösungen und die Entwicklung von nachhaltigen Bekämpfungsstrategien sind von größter Bedeutung, um die Honigbienen vor dieser schwerwiegenden Bedrohung zu schützen.

Insgesamt stellt die Varroamilbe eine ernsthafte Herausforderung für die Imkerei und die Erhaltung der Bienenvölker dar. Ihr Ursprung in der asiatischen Honigbiene und ihre Anpassung an die europäische Honigbiene zeigen, wie eng die Schicksale dieser bemerkenswerten Insekten miteinander verbunden sind. Der Schutz der Honigbienen vor der Varroamilbe bleibt eine der drängendsten Aufgaben in der Welt der Imkerei und des Naturschutzes.

Ich benutze den Nassenheider Verdunster

Die Wirkungsweise des Verdunsters mit Ameisensäure:

Der Verdunster mit Ameisensäure ist eine Methode zur kontrollierten Abgabe von Ameisensäure in den Bienenstock. Ameisensäure ist eine organische Säure, die in der Lage ist, die Varroamilben zu bekämpfen, ohne den Bienen zu schaden. Der Verdunster, der in den Bienenstock eingebracht wird, ermöglicht eine langsame Freisetzung der Ameisensäure, die die Milben abtötet.

Die Anwendungsschritte:

Die Behandlung mit einem Verdunster und Ameisensäure erfordert sorgfältige Planung und Durchführung. Hier sind die grundlegenden Schritte:

  1. Vorbereitung: Zuerst musst du sicherstellen, dass der Bienenstock stark und gesund ist. Schwache Völker oder solche mit Königinnenproblemen sollten nicht behandelt werden.

  2. Der richtige Zeitpunkt: Die Behandlung sollte im Spätsommer oder frühen Herbst durchgeführt werden, nach der Honigernte. Dies ist die Zeit, in der die Bienenpopulation abnimmt, und die Varroamilben in der Brutzellen aktiv sind.

  3. Verdunster platzieren: Der Verdunster wird im Bienenstock platziert. Er gibt Ameisensäure in gasförmiger Form ab, die die Milben abtötet. Die genaue Anwendungsdauer hängt von der spezifischen Methode und dem Hersteller des Verdunsters ab.

  4. Belüftung beachten: Es ist wichtig sicherzustellen, dass der Bienenstock ausreichend belüftet ist, da die Ameisensäuredämpfe auch für die Bienen reizend sein können. Das Einbringen eines Lüftungslochs oder -gitters ist ratsam.

  5. Schutzmaßnahmen: Während der Behandlung sollten Imker Schutzkleidung tragen, da Ameisensäure in hoher Konzentration unangenehm sein kann.

Die Vorteile der Ameisensäure-Behandlung:

  • Effektivität: Die Behandlung mit Ameisensäure kann in vielen Fällen sehr effektiv bei der Bekämpfung der Varroamilbe sein.

  • Geringe Rückstände: Im Gegensatz zu einigen chemischen Behandlungen hinterlässt Ameisensäure nur geringe Rückstände im Honig.

  • Schonung der Bienen: Ameisensäure ist vergleichsweise schonend für die Honigbienen, wenn sie in der richtigen Dosierung und zur richtigen Zeit eingesetzt wird.

  • Langzeitwirkung: Die Behandlung mit Ameisensäure kann eine Langzeitwirkung haben, indem sie nicht nur adulten Milben schadet, sondern auch die Entwicklung der Milben in den Brutzellen beeinträchtigt.

Die Behandlung von Varroamilben mit einem Verdunster und Ameisensäure erfordert ein genaues Verständnis der Methode und der richtigen Anwendungszeitpunkte. Die Zusammenarbeit mit erfahrenen Imkern und die sorgfältige Überwachung des Bienenstocks sind entscheidend, um die Gesundheit der Bienen zu erhalten und die Varroamilbe effektiv zu bekämpfen.

 

Produkte die ich benutze gegen die Varroamilbe

Varroabehandlung 2023 befallene Honigbiene.
@tommybeenice Heute schauen wir mal wieviele Milben gefallen sind. #varroa #honigbiene #imkern ♬ Originalton – TommyBee

Facebook
Twitter
WhatsApp
Email
Print

Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Willst du in die faszinierende Welt der Imkerei eintauchen? Dann schließe dich meiner Facebook-Imkergruppe an!

Egal, ob du Anfänger oder erfahrener Imker bist, unsere Gemeinschaft mit über 5000 Mitgliedern bietet dir eine offene und freundliche Umgebung zum Austausch.

Kontakt