Imkern rund ums Jahr
Imkern im Januar: Winterruhe, Futterkontrolle und Vorbereitung auf das Bienenjahr
Im Januar ist am Bienenstand äußerlich wenig los. Die Bienenvölker sitzen in der Wintertraube, verbrauchen ihre Vorräte und halten sich gemeinsam warm. Für uns Imker bedeutet das vor allem: Ruhe bewahren, nicht unnötig stören und trotzdem aufmerksam bleiben.
Der Januar ist kein Monat für große Eingriffe am Volk. Aber er ist ein wertvoller Monat für Kontrolle von außen, Materialpflege, Wachsarbeiten, Planung und einen sauberen Start in die kommende Saison.
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Kurz gesagt: Was ist im Januar wichtig?
Im Januar brauchen Bienenvölker vor allem Ruhe. Der Imker kontrolliert den Bienenstand von außen, prüft Flugloch, Mäuseschutz, Sturmschäden und den Futtervorrat grob über das Gewicht. Außerdem ist jetzt die perfekte Zeit, um Rähmchen, Werkzeug, Honiggläser und Wachsarbeiten für das neue Bienenjahr vorzubereiten.

Im Januar gilt: beobachten, kontrollieren und vorbereiten – aber die Bienenvölker möglichst nicht stören.
Januar in der Imkerei: Der Monat der Ruhe
Im Januar sieht man am Flugloch oft kaum Bewegung. Das ist völlig normal. Die Bienen machen keinen Winterschlaf, aber sie leben stark reduziert und sitzen eng zusammen in der Wintertraube.
Diese Wintertraube ist die Überlebensstrategie des Bienenvolkes. Im Inneren ist es wärmer, außen sitzen die Bienen dichter zusammen. Durch Muskelbewegungen erzeugen die Bienen Wärme und verbrauchen dabei Winterfutter.
Für den Imker ist jetzt wichtig: Nicht jede stille Beute ist ein Problem. Im Januar arbeitet man mit Ruhe, Beobachtung und Erfahrung – nicht mit Hektik.
Was machen die Bienen im Januar?
Im Januar sitzen die Bienen meistens in der Wintertraube. Je nach Temperatur, Volksstärke und Standort bewegt sich die Traube langsam über die Futtervorräte. Das Volk lebt also weiter, auch wenn von außen kaum etwas zu sehen ist.
Nach der Wintersonnenwende werden die Tage langsam wieder länger. Bei manchen Völkern kann die Königin bereits wieder mit einem kleinen Brutnest beginnen. Sobald Brut gepflegt wird, steigt der Wärmebedarf und damit auch der Futterverbrauch.
An milden Tagen kann es vorkommen, dass einzelne Bienen kurz ausfliegen. Das kann ein Reinigungsflug sein oder ein kurzer Orientierungsflug. Solange die Bienen ruhig wirken und keine starken Auffälligkeiten zu sehen sind, ist das meistens kein Grund zur Sorge.
Der Winterruhe-Kompass für Imker im Januar
Im Januar hilft ein einfacher Kompass: Was kann ich von außen kontrollieren? Was bereite ich in Ruhe vor? Und was lasse ich besser bleiben?
Ruhe
Die Beuten bleiben geschlossen, solange keine echte Notlage besteht.
Kontrolle
Flugloch, Mäuseschutz, Deckel, Standfestigkeit und Gewicht werden von außen geprüft.
Vorbereitung
Rähmchen, Werkzeug, Wachs, Gläser und Etiketten können jetzt vorbereitet werden.
Geduld
Im Januar gewinnt oft der Imker, der weniger stört.
Merksatz für Januar
Im Januar ist der beste Eingriff oft gar kein Eingriff. Ein guter Imker erkennt viel von außen und lässt die Bienen in Ruhe, solange kein echter Handlungsbedarf besteht.
Was sollte der Imker im Januar tun?
Im Januar geht es vor allem um äußere Kontrollen. Man schaut, ob der Bienenstand sicher steht, ob die Fluglöcher frei sind, ob Mäuseschutz vorhanden ist und ob Sturm, Schnee oder Feuchtigkeit Schäden verursacht haben.
Außerdem sollte der Futtervorrat grob eingeschätzt werden. Das geht ohne Öffnen der Beute, indem man sie hinten vorsichtig anhebt oder mit einer Kofferwaage arbeitet.
Die wichtigste Aufgabe ist aber, sich selbst zu bremsen. Gerade Anfänger wollen im Winter oft zu viel wissen. Die Bienen brauchen jetzt aber keine Neugier, sondern Ruhe.
Im Januar wird nicht im Volk gearbeitet. Kontrolliert wird ruhig und vorsichtig von außen.

Januar-Kontrolle in 4 einfachen Schritten
- Stand prüfen: Kontrolliere nach Sturm, Schnee oder starkem Frost, ob die Beuten sicher, gerade und trocken stehen.
- Flugloch ansehen: Entferne vorsichtig Totholz, Schnee oder tote Bienen, wenn das Flugloch komplett blockiert ist.
- Mäuseschutz kontrollieren: Prüfe, ob Mäusegitter oder Fluglochkeil noch richtig sitzen.
- Futter grob einschätzen: Hebe die Beute vorsichtig hinten an oder nutze eine Kofferwaage. Die Beute wird dabei nicht geöffnet.
Futterkontrolle im Januar: Ohne das Volk zu öffnen
Die Futterkontrolle ist im Januar wichtig, aber sie sollte bienenschonend erfolgen. Es geht nicht darum, Waben zu ziehen oder das Brutnest zu suchen. Es geht nur darum, grob einzuschätzen, ob noch ausreichend Vorrat vorhanden ist.
Viele Imker heben die Beute hinten leicht an und entwickeln mit der Zeit ein Gefühl dafür, ob ein Volk noch genug Futter hat. Wer genauer arbeiten möchte, kann eine Kofferwaage oder Federwaage nutzen.
Besonders aufmerksam sollte man bei Völkern sein, die schon im Herbst knapp eingefüttert wurden, auffällig leicht wirken oder sehr stark eingewintert wurden. Starke Völker können im Winter und besonders mit beginnender Brut mehr Futter verbrauchen.
Praxis-Tipp zur Futterkontrolle
Kontrolliere immer ruhig und vergleichend. Wenn mehrere Völker am Stand stehen, merkt man oft schnell, welches Volk deutlich leichter ist. Bei Unsicherheit lieber einen erfahrenen Imker oder den Imkerverein fragen, bevor man im Januar unnötig ins Volk eingreift.

Flugloch, Mäuseschutz und Sturmkontrolle
Ein freies Flugloch sorgt dafür, dass Luftaustausch möglich bleibt und Bienen bei mildem Wetter ausfliegen können. Tote Bienen vor dem Flugloch sind im Winter normal. Problematisch wird es erst, wenn der Eingang komplett verstopft ist.
Mäuse können im Winter große Schäden verursachen. Sie suchen Wärme und Schutz, zerstören Waben und stören die Winterruhe des Volkes. Deshalb sollte der Mäuseschutz regelmäßig kontrolliert werden.
Nach Sturm oder Schnee lohnt sich außerdem ein kurzer Blick auf Deckel, Steine, Spanngurte und Standfestigkeit der Beuten.
Kurze Außenkontrolle im Januar
- Sitzen die Deckel noch fest?
- Sind Steine oder Spanngurte noch an Ort und Stelle?
- Ist das Flugloch frei?
- Sitzt das Mäusegitter richtig?
- Stehen die Beuten trocken und stabil?
- Gibt es sichtbare Sturmschäden?
- Wirkt eine Beute auffällig leicht?
- Ist Wasser in oder unter der Beute ein Problem?
Winterzeit ist Vorbereitungszeit
Auch wenn an den Bienen wenig zu tun ist, kann man im Januar sehr viel für die neue Saison vorbereiten. Wer jetzt Ordnung schafft, startet im Frühjahr deutlich entspannter.
Gerade im März, April und Mai kommt oft viel Arbeit auf einmal: erste Durchsichten, Volksentwicklung, Honigräume, Schwarmkontrolle und Materialbedarf. Deshalb ist der Januar perfekt, um Rähmchen, Werkzeug und Wachsarbeiten in Ruhe zu erledigen.
Gute Winterarbeiten für Imker
- Rähmchen kontrollieren und aussortieren
- neue Rähmchen zusammenbauen
- Rähmchen drahten
- alte Waben einschmelzen
- Stockmeißel und Smoker reinigen
- Schutzkleidung prüfen
- Honiggläser und Etiketten planen
- Stockkarten auswerten
- Materialliste für das Frühjahr schreiben
Alte Waben einschmelzen und Wachs sauber halten
Alte, dunkle Waben sollten regelmäßig aus dem Wabenkreislauf genommen werden. Der Januar eignet sich gut, um diese Arbeiten in Ruhe zu erledigen. Waben können eingeschmolzen, Wachs gesammelt und altes Material sortiert werden.
Saubere Wabenhygiene gehört zu einer verantwortungsvollen Imkerei. Sie hilft, den Wabenkreislauf übersichtlich zu halten und im Frühjahr nicht mit altem Material arbeiten zu müssen.
Was man im Januar nicht machen sollte
Im Januar sollte man Bienenvölker nicht aus Neugier öffnen. Jede unnötige Störung kostet Energie. Wenn Brut vorhanden ist, kann ein kalter Eingriff zusätzlich schaden.
- regelmäßig die Beuten öffnen
- Waben ziehen
- das Brutnest suchen
- an die Beute klopfen
- starke Erschütterungen verursachen
- hektisch am Flugloch arbeiten
- ohne echten Grund füttern
- mit Varroabehandlungen experimentieren
Besonders bei Behandlungsmitteln gilt: Keine Experimente. Varroa-Behandlungen gehören nur nach zugelassenen Mitteln, Anleitung, Wetterlage und passendem Zeitpunkt durchgeführt. Säuren, Medikamente oder Behandlungsmittel würde ich nicht als Amazon-Tipp empfehlen.
Praktische Ausrüstung für den Januar
Kofferwaage oder Federwaage
Hilfreich, um den Futtervorrat grob über das Gewicht der Beute einzuschätzen, ohne das Volk zu öffnen.
Mäusegitter
Schützt das Bienenvolk im Winter vor Mäusen und gehört zur wichtigen Winterausstattung.
Stockmeißel
Ein sauberer, stabiler Stockmeißel sollte für die kommende Saison einsatzbereit sein.
Januar-Checkliste für Imker
- Bienenstand nach Sturm, Schnee und Frost kontrollieren
- Fluglöcher vorsichtig prüfen und freihalten
- Mäusegitter und Fluglochkeile kontrollieren
- Beuten von außen auf Schäden prüfen
- Deckel, Steine und Spanngurte kontrollieren
- Futtervorrat grob über Gewicht einschätzen
- Keine unnötigen Eingriffe ins Volk machen
- Rähmchen vorbereiten
- Werkzeug reinigen
- Alte Waben einschmelzen
- Honiggläser und Etiketten planen
- Notizen aus dem Vorjahr auswerten
- Material für Frühjahr bestellen
Mein Fazit zum Imkern im Januar
Im Januar ist weniger oft mehr. Die Bienen brauchen Ruhe, Wärme und ihre Futtervorräte. Der Imker muss nicht ständig eingreifen, sondern aufmerksam von außen kontrollieren und vorbereitet sein.
Die wichtigsten Aufgaben sind Fluglochkontrolle, Mäuseschutz, Sturmkontrolle, grobe Futtereinschätzung und Materialvorbereitung. Wer im Januar sauber arbeitet, startet entspannter in das neue Bienenjahr.
So wird der Januar nicht zu einem verlorenen Monat, sondern zu einer ruhigen, wichtigen Vorbereitungszeit für die kommende Saison.
Häufige Fragen zum Imkern im Januar
Was macht der Imker im Januar?
Im Januar kontrolliert der Imker vor allem von außen: Flugloch, Mäuseschutz, Standfestigkeit, Sturmschäden und den Futtervorrat grob über das Gewicht. Außerdem bereitet er Material für das Frühjahr vor.
Sollte man Bienenvölker im Januar öffnen?
Normalerweise nicht. Im Januar sitzen die Bienen in der Wintertraube und sollten möglichst nicht gestört werden. Eine Öffnung ist nur bei echtem Notfall und mit Erfahrung sinnvoll.
Wie kontrolliert man im Januar den Futtervorrat?
Der Futtervorrat wird im Januar möglichst ohne Öffnen kontrolliert. Viele Imker heben die Beute hinten leicht an oder nutzen eine Kofferwaage beziehungsweise Federwaage.
Warum ist Ruhe im Januar so wichtig?
Die Bienen müssen ihre Wintertraube warmhalten. Jede unnötige Störung kostet Energie und kann besonders bei Kälte das Volk zusätzlich belasten.
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