Imkern rund ums Jahr

Imkern im März: Frühjahrsdurchsicht, Futterkontrolle und Start ins Bienenjahr

Im März beginnt für viele Imker die aktive Zeit am Bienenstand. Die Tage werden länger, die ersten warmen Flugtage kommen, Pollen wird eingetragen und die Bienenvölker entwickeln sich Schritt für Schritt aus der Winterruhe heraus.

Trotzdem ist der März kein Monat für hektische Eingriffe. Jetzt geht es darum, die Völker ruhig zu beobachten, den Futtervorrat zu prüfen, die erste Frühjahrsdurchsicht gut zu timen und das Material für April und Mai bereitzuhalten.

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Kurz gesagt: Was ist im März wichtig?

Im März steht die erste richtige Einschätzung der Bienenvölker an. Wichtig sind Reinigungsflug, Polleneintrag, Futterkontrolle, eine kurze Frühjahrsdurchsicht bei passendem Wetter und die Vorbereitung auf die starke Entwicklung im April. Die Völker sollen nicht unnötig gestört werden, aber Futtermangel und schwache Völker dürfen nicht übersehen werden.

Im März startet das Bienenjahr sichtbar: Reinigungsflug, Pollen und erste kurze Kontrollen stehen im Mittelpunkt.

März in der Imkerei: Jetzt nimmt das Bienenjahr Fahrt auf

Der März ist ein Übergangsmonat. An manchen Tagen fühlt es sich noch nach Winter an, an anderen Tagen sieht man schon deutliches Leben am Flugloch. Genau das macht diesen Monat so spannend, aber auch anspruchsvoll.

Die Bienenvölker sitzen nicht mehr dauerhaft eng in der Wintertraube. An milden Tagen fliegen sie, tragen Wasser und Pollen ein und beginnen, das Brutnest stärker aufzubauen.

Für Imker bedeutet das: aufmerksam beobachten, aber nicht zu früh zu viel machen. Wer im März ruhig und sauber arbeitet, legt die Grundlage für starke Völker im April und Mai.

Was machen die Bienen im März?

Im März wächst das Brutnest meist deutlich. Die Königin legt wieder mehr Eier, die Winterbienen versorgen die junge Brut und das Volk benötigt zunehmend Futter, Wärme, Wasser und Pollen.

Der Polleneintrag ist ein besonders gutes Zeichen. Wenn Bienen mit gelben, orangefarbenen oder grauen Pollenhöschen zurückkommen, deutet das oft darauf hin, dass Brut gepflegt wird. Typische frühe Pollenquellen sind Hasel, Erle, Weide, Krokus, Schneeglöckchen und andere Frühblüher.

Gleichzeitig ist der März noch riskant. Ein Kälteeinbruch kann das Volk wieder stark fordern. Die Bienen bleiben dann auf der Brut sitzen und können bei ungünstiger Futterlage trotz vorhandener Vorräte verhungern, wenn das Futter zu weit vom Bienensitz entfernt ist.

März-Ampel: Öffnen, warten oder nur beobachten?

Der März ist nicht an jedem Tag ein Durchsichtsmonat. Entscheidend sind Wetter, Volkszustand und Zweck der Kontrolle. Diese Ampel hilft bei der Einschätzung.

Grün: kurze Durchsicht möglich
Nach Reinigungsflug, mild, sonnig, möglichst windarm und das Volk fliegt gut. Jetzt kann eine kurze, ruhige Kontrolle sinnvoll sein.

Gelb: nur gezielt kontrollieren
Wetter ist wechselhaft oder das Volk wirkt auffällig. Dann nur das prüfen, was wirklich nötig ist: vor allem Futter und Flugloch.

Rot: Beute geschlossen lassen
Kalt, windig, regnerisch oder kein klarer Grund zur Kontrolle. Dann von außen beobachten und das Volk nicht öffnen.

Merksatz für März

Im März wird nicht nach Kalender geöffnet, sondern nach Wetter, Reinigungsflug und Notwendigkeit. Eine kurze, gezielte Kontrolle ist besser als eine lange neugierige Durchsicht.

Die erste Frühjahrsdurchsicht im März

Die erste Frühjahrsdurchsicht ist kein großes Umräumen, sondern eine kurze Bestandsaufnahme. Der Imker möchte wissen: Lebt das Volk? Ist es weiselrichtig? Hat es genug Futter? Sitzt es ordentlich? Gibt es sichtbare Auffälligkeiten?

Dafür muss die Königin normalerweise nicht gesucht werden. Es reicht meistens, Hinweise auf Brut zu erkennen. Ein geschlossenes Brutnest und normal verdeckelte Arbeiterinnenbrut sind gute Zeichen.

Wichtig ist, das Brutnest nicht unnötig auseinanderzureißen. Im März können kalte Nächte folgen, und jede Störung kostet Kraft.

Die Frühjahrsdurchsicht im März sollte kurz, ruhig und bienenschonend erfolgen.

Was wird bei der Frühjahrsdurchsicht geprüft?

  • Lebt das Volk und sitzt es ordentlich?
  • Wie stark ist das Volk?
  • Ist Brut vorhanden?
  • Wirkt das Brutbild normal?
  • Ist noch genug Futter vorhanden?
  • Sitzt das Futter nah genug am Bienensitz?
  • Gibt es Schimmel, Feuchtigkeit oder auffälliges Gemüll?
  • Ist der Boden sauber oder sollte er gereinigt beziehungsweise getauscht werden?
  • Gibt es Anzeichen für Krankheit oder starke Schwäche?
  • Muss das Volk eingeengt oder später erweitert werden?

Futterkontrolle im März: Jetzt besonders wichtig

Im März ist die Futterkontrolle einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Viele Völker haben den Winter zwar überlebt, können aber im Frühjahr noch in Futternot geraten. Der Grund: Mit wachsendem Brutnest steigt der Verbrauch.

Es reicht nicht immer, dass irgendwo in der Beute noch Futter vorhanden ist. Entscheidend ist, ob die Bienen bei kaltem Wetter auch an dieses Futter herankommen. Sitzt das Volk auf Brut und das Futter ist zu weit entfernt, kann ein Futterabriss entstehen.

Deshalb wird bei der Frühjahrsdurchsicht nicht nur die Menge des Futters betrachtet, sondern auch die Lage der Futterwaben zum Bienensitz.

Achtung: Futterabriss im März

Ein Volk kann verhungern, obwohl noch Futter in der Beute ist. Das passiert, wenn die Bienen bei Kälte auf der Brut sitzen bleiben und das Futter nicht erreichen. Deshalb ist die Nähe des Futters zum Bienensitz im März so wichtig.

Wie kontrolliert man Futter im März?

Eine grobe Einschätzung ist weiterhin durch Anheben der Beute oder mit einer Kofferwaage möglich. Bei passendem Wetter kann bei der Frühjahrsdurchsicht zusätzlich direkt geprüft werden, ob ausreichend Futterwaben vorhanden sind.

Wenn ein Volk zu leicht ist oder kaum Futter am Bienensitz hat, muss gehandelt werden. Am besten hilft eine geeignete Futterwabe. Wer unsicher ist, sollte einen erfahrenen Imker oder den Imkerverein hinzuziehen.

Wichtig: Notfütterung ist keine Spielerei und keine Reizfütterung. Sie dient nur dazu, Futtermangel zu beheben.

Reinigungsflug und Polleneintrag richtig deuten

Der Reinigungsflug ist im März häufig schon erfolgt, kann aber je nach Region und Witterung auch noch Thema sein. Nach längerer Kälte fliegen die Bienen aus, um ihre Kotblase zu entleeren.

Für den Imker ist das ein wichtiger Beobachtungsmoment. Fliegen die Völker ruhig? Kommen Bienen mit Pollen zurück? Gibt es starke Kotspuren an der Beute? Solche Beobachtungen helfen bei der späteren Einschätzung.

Polleneintrag ist meistens ein gutes Zeichen. Er zeigt, dass das Volk aktiv ist und wahrscheinlich Brut versorgt. Trotzdem ersetzt Polleneintrag keine Futterkontrolle.

Praxis-Tipp: Nicht nur „fliegt“ oder „fliegt nicht“ notieren

Schreibe dir im März ruhig genauer auf, was du siehst: starker Flug, schwacher Flug, Pollen ja oder nein, Volk auffällig leicht, Flugloch sauber, Gemüllbild normal. Diese Notizen helfen bei der nächsten Durchsicht sehr.

Boden reinigen, Gemüll prüfen und Wabenhygiene

Im März lohnt sich ein Blick auf Boden und Gemüll. Dort erkennt man oft, wo das Volk sitzt und wie stark die Aktivität ist. Bei geschlossenen Böden kann es sinnvoll sein, den Boden zu reinigen oder auszutauschen, wenn viel feuchtes oder verschimmeltes Gemüll vorhanden ist.

Auch die Wabenhygiene rückt wieder stärker in den Fokus. Alte, dunkle Waben sollten nicht endlos im Volk bleiben. Je nach Betriebsweise können unbesetzte alte Waben entfernt und später eingeschmolzen werden.

Wichtig ist dabei immer: keine unnötige Unruhe ins Volk bringen. Im März geht es um Ordnung und Gesundheit, aber nicht um wildes Umhängen.

Schwache Völker im März: Beobachten oder handeln?

Nicht jedes Volk kommt gleich stark aus dem Winter. Manche Völker sind früh aktiv und wachsen zügig, andere bleiben klein, träge oder wirken auffällig. Im März sollte man solche Völker genau beobachten.

Ein schwaches Volk muss nicht sofort verloren sein. Entscheidend ist, ob es weiselrichtig ist, Brut hat, genug Futter besitzt und keine deutlichen Krankheitsanzeichen zeigt.

Wenn ein Volk sehr schwach, krank oder weisellos wirkt, sollte man nicht planlos herumprobieren. Hier ist Erfahrung wichtig. Im Zweifel hilft der Austausch mit einem erfahrenen Imker, dem Imkerverein oder dem zuständigen Bienenfachberater.

Was man im März nicht machen sollte

Im März ist die Verlockung groß, endlich wieder richtig zu imkern. Trotzdem sollte man sich bremsen. Die Völker sind noch im Aufbau, und kalte Nächte können jederzeit zurückkommen.

  • Völker bei kaltem, windigem oder regnerischem Wetter öffnen
  • das Brutnest unnötig auseinanderziehen
  • zu lange in den Völkern arbeiten
  • ohne Grund Waben umhängen
  • zu früh stark erweitern
  • Futterkontrolle vernachlässigen
  • schwache Völker schönreden
  • mit Reizfütterung oder Behandlungsmitteln experimentieren

Bei Behandlungen und Medikamenten gilt grundsätzlich: nur zugelassene Mittel, passender Zeitpunkt und fachgerechte Anwendung. Solche Produkte gehören nicht als schnelle Amazon-Empfehlung in einen Monatsartikel.

Material für April und Mai vorbereiten

Der März ist die letzte ruhige Phase vor dem starken Frühjahrsanstieg. Im April und Mai können die Völker schnell wachsen. Dann braucht man Rähmchen, Mittelwände, Honigräume, Baurahmen, Stockkarten und sauberes Werkzeug.

Wer erst dann mit Vorbereitungen beginnt, kommt schnell unter Druck. Deshalb ist der März ideal, um Material vollständig bereitzustellen.

Vorbereitungsarbeiten im März

  • Rähmchen zusammenbauen und drahten
  • Mittelwände einlöten oder bereitlegen
  • Honigräume kontrollieren
  • Baurahmen vorbereiten
  • Stockmeißel und Smoker reinigen
  • Schutzkleidung prüfen
  • Stockkarten oder Imker-App vorbereiten
  • Ablegerkästen und Böden kontrollieren
  • Wachskreislauf und Altwaben sortieren
  • Honiggläser und Etikettenbestand prüfen

Praktische Ausrüstung für den März

Im März sind vor allem Hilfsmittel für Kontrolle, Vorbereitung und sauberes Arbeiten sinnvoll. Hier kannst du später deine eigenen Amazon-Partnerlinks einfügen.

Kofferwaage

Hilfreich, um den Futtervorrat grob über das Gewicht der Beute einzuschätzen.

Stockmeißel

Für kurze Durchsichten, Bodenarbeiten und sauberes Arbeiten am Volk unverzichtbar.

Smoker

Für ruhiges Arbeiten bei der ersten Frühjahrsdurchsicht, sparsam und passend eingesetzt.

Rähmchen

Im März sollten genug Rähmchen für Erweiterung, Honigräume und Ableger bereitliegen.

Mittelwände

Wichtig für die kommende Erweiterung und einen geordneten Wabenbau im Frühjahr.

Imker-Notizbuch

Für Beobachtungen, Volksstärke, Futterstand und spätere Entwicklung sehr praktisch.

März-Checkliste für Imker

  • Reinigungsflug beobachten
  • Polleneintrag kontrollieren
  • Futtervorrat über Gewicht und bei Durchsicht prüfen
  • auf Futterabriss achten
  • erste kurze Frühjahrsdurchsicht bei geeignetem Wetter durchführen
  • Volksstärke einschätzen
  • Weiselrichtigkeit grob über Brut beurteilen
  • Brutnest nicht unnötig stören
  • Boden reinigen oder austauschen, wenn nötig
  • alte, unbesetzte Waben aussortieren
  • schwache Völker genau beobachten
  • Rähmchen, Mittelwände und Honigräume vorbereiten
  • Baurahmen für April bereitlegen
  • Stockkarten aktualisieren

Mein Fazit zum Imkern im März

Der März ist einer der wichtigsten Übergangsmonate im Bienenjahr. Die Völker starten sichtbar in die neue Saison, bleiben aber empfindlich gegenüber Kälte, Futtermangel und unnötigen Störungen.

Die wichtigsten Aufgaben sind Reinigungsflug beobachten, Polleneintrag deuten, Futter kontrollieren, eine kurze Frühjahrsdurchsicht bei passendem Wetter durchführen und Material für April vorbereiten.

Wer im März ruhig, aufmerksam und gut vorbereitet arbeitet, hat im April deutlich bessere Voraussetzungen für starke, gesunde und leistungsfähige Bienenvölker.

Häufige Fragen zum Imkern im März

Wann macht man die erste Frühjahrsdurchsicht?

Die erste Frühjahrsdurchsicht sollte erst nach dem Reinigungsflug und bei geeignetem Wetter erfolgen. Es sollte mild, möglichst sonnig und windarm sein. Die Kontrolle bleibt kurz und gezielt.

Was kontrolliert der Imker im März?

Im März kontrolliert der Imker vor allem Futtervorrat, Volksstärke, Brut, Bienensitz, Boden, Flugloch und mögliche Auffälligkeiten. Außerdem wird Material für April und Mai vorbereitet.

Warum ist Futter im März so wichtig?

Mit wachsendem Brutnest steigt der Futterverbrauch stark an. Ein Volk kann im März noch verhungern, wenn zu wenig Futter vorhanden ist oder das Futter zu weit vom Bienensitz entfernt liegt.

Muss man im März die Königin suchen?

Nein, normalerweise muss die Königin nicht gesucht werden. Hinweise auf normale Brut reichen meistens aus, um die Weiselrichtigkeit grob einzuschätzen.

Soll man im März schon erweitern?

Das hängt von Volksstärke, Wetter, Tracht und Betriebsweise ab. Zu frühes Erweitern kann schaden, zu spätes Erweitern kann die Entwicklung bremsen. Im März wird vor allem vorbereitet und genau beobachtet.

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