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Die Honigbiene: Steckbrief, Körperbau und Leben im Bienenstaat
Die Honigbiene ist weit mehr als eine Honigproduzentin. Sie lebt in einem hoch organisierten Volk, kommuniziert über Düfte und Tänze, reguliert gemeinsam das Klima im Nest und bestäubt zahlreiche Wild- und Nutzpflanzen. Dieser Ratgeber erklärt die Westliche Honigbiene verständlich und ausführlich aus Sicht eines Imkers.
Von Thomas Wüst · Imker seit rund zwölf Jahren · Vollständig überarbeitet im Juli 2026
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Die Honigbiene in 60 Sekunden
- Die bei uns gehaltene Honigbiene ist überwiegend die Westliche Honigbiene mit dem wissenschaftlichen Namen Apis mellifera.
- Honigbienen können dauerhaft nur als Volk überleben. Ein Volk besteht aus einer Königin, vielen Arbeiterinnen und zeitweise mehreren Hundert oder Tausend Drohnen.
- Der Körper besteht aus Kopf, Brustabschnitt und Hinterleib.
- Eine Honigbiene besitzt sechs Beine, zwei Fühler, zwei große Facettenaugen, drei Punktaugen und zwei Flügelpaare – also vier Flügel.
- Die Pollenkörbchen sitzen an den Hinterbeinen der Arbeiterinnen.
- Königinnen und Arbeiterinnen entstehen aus befruchteten Eiern, Drohnen aus unbefruchteten Eiern.
- Bis zum Schlupf benötigt eine Königin ungefähr 16 Tage, eine Arbeiterin 21 Tage und ein Drohn 24 Tage.
- Sommerarbeiterinnen leben meist nur einige Wochen, Winterbienen mehrere Monate und Königinnen können mehrere Jahre alt werden.
- Honigbienen halten keinen Winterschlaf. Sie überwintern gemeinsam als Wintertraube.
- Das Schwärmen ist die natürliche Vermehrung des gesamten Bienenvolkes.
- Die Varroamilbe und durch sie übertragene beziehungsweise verstärkte Virusinfektionen gehören zu den größten Gefahren für betreute Bienenvölker.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine Honigbiene?
- Honigbiene im Steckbrief
- Körperbau der Honigbiene
- Augen, Fühler und Orientierung
- Der Bienenstaat als Superorganismus
- Die Bienenkönigin
- Die Arbeiterinnen
- Die Drohnen
- Vom Ei zur fertigen Biene
- Aufgaben einer Arbeiterin
- Kommunikation und Bienentanz
- Was fressen Honigbienen?
- Wie entsteht Honig?
- Bedeutung für die Bestäubung
- Warum schwärmen Honigbienen?
- Die Honigbiene im Jahresverlauf
- Wie überwintern Honigbienen?
- Arten, Unterarten und Zuchtlinien
- Honigbiene und Wildbiene
- Honigbiene und Wespe unterscheiden
- Krankheiten und Gefahren
- Was hilft Honigbienen wirklich?
- Die Honigbiene aus Imkersicht
- Häufige Fragen
Was ist eine Honigbiene?
Honigbienen gehören zur Gattung Apis innerhalb der Familie der Echten Bienen. Die in Europa und in der weltweiten Imkerei wichtigste Art ist die Westliche Honigbiene mit dem wissenschaftlichen Namen Apis mellifera.
Der Name mellifera lässt sich sinngemäß mit „Honig tragend“ übersetzen. Tatsächlich produziert jedoch nicht eine einzelne Biene den Honig. Tausende Arbeiterinnen sammeln Nektar oder Honigtau, geben das Sammelgut untereinander weiter, reichern es mit körpereigenen Stoffen an und entziehen ihm Wasser.
Die Honigbiene ist ein staatenbildendes Insekt. Eine einzelne Arbeiterin kann langfristig nicht allein überleben. Erst das Zusammenspiel des gesamten Volkes ermöglicht Brutpflege, Nahrungssuche, Verteidigung, Wärmeversorgung und Fortpflanzung.
Wichtig: „Biene“ ist nicht automatisch gleich „Honigbiene“. Neben Honigbienen gibt es in Deutschland zahlreiche Wildbienenarten, darunter Hummeln, Mauerbienen, Sandbienen und viele weitere Arten mit ganz unterschiedlichen Lebensweisen.
Honigbiene im Steckbrief
| Deutscher Name | Westliche Honigbiene |
| Wissenschaftlicher Name | Apis mellifera |
| Tierklasse | Insekten |
| Ordnung | Hautflügler |
| Familie | Echte Bienen |
| Lebensweise | Staatenbildend und eusozial |
| Volksgröße | Je nach Jahreszeit wenige Tausend bis mehrere Zehntausend Tiere |
| Volk | Eine Königin, viele Arbeiterinnen und saisonal Drohnen |
| Größe | Arbeiterin etwa 11–13 mm, Drohn etwa 13–16 mm, Königin etwa 15–18 mm |
| Nahrung | Nektar, Honig, Pollen beziehungsweise Bienenbrot und Wasser |
| Nest | Mehrere senkrechte Waben aus Bienenwachs |
| Entwicklung | Ei, Larve, Puppe und erwachsenes Insekt |
| Lebensdauer | Je nach Kaste, Jahreszeit und Aufgabe wenige Wochen bis mehrere Jahre |
| Vermehrung des Volkes | Natürlicherweise durch Schwärmen |
| Wichtige Leistungen | Bestäubung, Honig, Wachs, Propolis, Gelée Royale und Pollen |
| Zentrales Gesundheitsrisiko | Varroamilbe und damit verbundene Virusinfektionen |
Die Größen- und Altersangaben sind Richtwerte. Unterart, Zuchtlinie, Ernährung, Jahreszeit, Volkszustand und Umweltbedingungen beeinflussen die tatsächlichen Werte.
Körperbau der Honigbiene

Wie bei allen Insekten gliedert sich der Körper der Honigbiene in drei Hauptbereiche: Kopf, Brustabschnitt und Hinterleib. Der Brustabschnitt wird auch Thorax, der Hinterleib Abdomen genannt.
Kopf
- Zwei Facettenaugen
- Drei Punktaugen
- Zwei Fühler
- Mandibeln
- Rüssel und weitere Mundwerkzeuge
- Wichtige Drüsen
Brustabschnitt
- Sechs Beine
- Zwei Flügelpaare
- Kräftige Flugmuskulatur
- Pollensammeleinrichtungen an den Beinen
- Verbindung von Kopf und Hinterleib
Hinterleib
- Verdauungsorgane
- Honigblase beziehungsweise Honigmagen
- Wachsdrüsen bei Arbeiterinnen
- Giftapparat bei weiblichen Bienen
- Fortpflanzungsorgane
Die Beine und das Pollenkörbchen
Eine Honigbiene besitzt sechs Beine. Die Arbeiterin nutzt sie nicht nur zum Laufen, sondern auch zur Körperpflege, zum Bearbeiten von Wachs und zum Sammeln von Pollen.
An den Hinterbeinen befinden sich besondere Sammelstrukturen. Auf der Außenseite der Hinterschiene liegt das sogenannte Pollenkörbchen. Mit Bürsten und Kämmen an den Beinen streift die Biene Pollen aus ihrem Haarkleid, formt ihn zu einem Pollenhöschen und befestigt ihn am Hinterbein.
Vier Flügel statt zwei
Honigbienen besitzen zwei Vorderflügel und zwei kleinere Hinterflügel. Beim Fliegen werden Vorder- und Hinterflügel durch kleine Häkchen miteinander gekoppelt. Dadurch arbeiten sie auf jeder Körperseite weitgehend wie eine gemeinsame Flügelfläche.
Der Stachel
Arbeiterinnen und Königinnen besitzen einen Stachel, Drohnen dagegen nicht. Der Stachel einer Arbeiterin trägt Widerhaken. Beim Stich in die elastische Haut eines Säugetiers kann der Stachelapparat im Gewebe hängen bleiben und aus dem Hinterleib herausgerissen werden. Die Biene stirbt anschließend meist an der Verletzung.
Beim Stich in andere Insekten muss der Stachel nicht zwangsläufig verloren gehen. Die häufige Aussage „Eine Biene stirbt nach jedem Stich“ ist daher zu pauschal.
Augen, Fühler und Orientierung
Eine Honigbiene besitzt insgesamt fünf Augen: zwei große Facettenaugen an den Kopfseiten und drei kleine Punktaugen auf der Oberseite des Kopfes.
Die Facettenaugen bestehen aus vielen einzelnen Seheinheiten. Sie sind besonders gut geeignet, Bewegungen wahrzunehmen. Honigbienen erkennen außerdem einen anderen Farbbereich als Menschen und können ultraviolettes Licht wahrnehmen. Rot wird von ihnen anders gesehen als von uns.
Die drei Punktaugen helfen unter anderem bei der Wahrnehmung von Helligkeit und Orientierung. Die Fühler sind wichtige Sinnesorgane für Gerüche, Geschmack, Berührung, Luftbewegung, Feuchtigkeit und weitere Umweltreize.
Orientierung im Gelände: Honigbienen nutzen markante Landschaftselemente, den Sonnenstand, Gerüche und das Muster polarisierten Lichts. So können sie auch bei teilweise bewölktem Himmel zum Stock und zu bekannten Futterquellen zurückfinden.
Der Bienenstaat als Superorganismus
Ein Honigbienenvolk wird häufig als Superorganismus bezeichnet. Damit ist gemeint, dass die einzelne Biene nur einen Teil eines größeren, eng abgestimmten Systems darstellt.
Keine einzelne Arbeiterin könnte dauerhaft alle notwendigen Aufgaben erfüllen. Erst durch Arbeitsteilung, Kommunikation und gemeinsames Verhalten kann das Volk Nahrung sammeln, Brut aufziehen, Waben bauen, Krankheiten begrenzen und den Winter überstehen.
Im Bienenstaat leben drei unterschiedliche Bienenwesen:
Königin
Normalerweise eine pro Volk. Sie legt die Eier und beeinflusst das Zusammenleben durch Pheromone.
Arbeiterinnen
Weibliche Bienen, die nahezu alle Arbeiten innerhalb und außerhalb des Stockes übernehmen.
Drohnen
Männliche Honigbienen. Ihre wichtigste biologische Aufgabe ist die Begattung junger Königinnen.
Die Bienenkönigin
Die Königin ist normalerweise das einzige vollständig fortpflanzungsfähige Weibchen im Volk. Ihre wichtigste Aufgabe ist das Legen von Eiern. In der Hauptsaison kann eine leistungsfähige Königin täglich weit über tausend Eier legen.
Eine junge Königin verlässt den Stock zu einem oder mehreren Begattungsflügen. Dabei paart sie sich mit mehreren Drohnen. Den aufgenommenen Samenvorrat speichert sie in ihrer Samenblase und nutzt ihn später über Jahre zur Befruchtung von Eiern.
Die Königin entscheidet bei der Eiablage, ob ein Ei befruchtet wird. Aus befruchteten Eiern entwickeln sich weibliche Arbeiterinnen oder Königinnen. Aus unbefruchteten Eiern entstehen männliche Drohnen.
Neben der Eiablage ist die Königin für das Volk durch ihre Duftstoffe wichtig. Königinnenpheromone werden von Arbeiterinnen aufgenommen und im Stock verteilt. Sie signalisieren unter anderem, dass eine Königin vorhanden ist, und beeinflussen das soziale Gefüge.
Die Königin regiert nicht wie ein Mensch. Sie gibt den Arbeiterinnen keine einzelnen Befehle. Die Organisation des Volkes entsteht aus Duftstoffen, Verhalten, Umweltreizen und vielen dezentralen Entscheidungen der Arbeiterinnen.
Die Arbeiterinnen
Arbeiterinnen bilden den mit Abstand größten Teil des Bienenvolkes. Sie sind weiblich, entwickeln sich aber unter normalen Bedingungen nicht zu vollständig fortpflanzungsfähigen Tieren.
Fast alle bekannten Arbeiten des Bienenvolkes werden von Arbeiterinnen erledigt:
- Zellen reinigen,
- Brut füttern und wärmen,
- Königin und Drohnen versorgen,
- Wachs erzeugen und Waben bauen,
- Nektar übernehmen und zu Honig verarbeiten,
- Pollen einlagern,
- Wasser holen,
- das Flugloch bewachen,
- den Stock belüften und kühlen,
- tote Bienen und Fremdkörper entfernen,
- Nektar, Pollen, Wasser und Harze sammeln
- und das Volk verteidigen.
Sommerarbeiterinnen leben wegen ihrer hohen Arbeitsbelastung häufig nur wenige Wochen. Winterbienen besitzen größere körperliche Reserven und können mehrere Monate überleben.
Die Drohnen
Drohnen sind die männlichen Honigbienen. Sie entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern und besitzen deshalb nur einen einfachen Chromosomensatz.
Drohnen sind größer und gedrungener als Arbeiterinnen. Besonders auffällig sind ihre großen Facettenaugen, die sich auf der Kopfoberseite beinahe berühren. Diese Augen helfen bei der Suche nach einer fliegenden Königin.
Drohnen besitzen keinen Stachel und keine Pollenkörbchen. Sie sammeln weder Nektar noch Pollen. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Begattung einer jungen Königin außerhalb des Bienenstocks.
Ein Drohn, der sich erfolgreich mit einer Königin paart, stirbt bei der Begattung. Drohnen, die sich nicht paaren, werden häufig zum Ende der Fortpflanzungszeit nicht mehr versorgt und aus dem Volk gedrängt. Dieser Vorgang wird als Drohnenschlacht bezeichnet.
Vom Ei zur fertigen Honigbiene
Honigbienen durchlaufen eine vollständige Verwandlung. Ihre Entwicklung besteht aus vier Stadien:
- Ei: Die Königin legt ein Ei auf den Boden einer Wabenzelle.
- Larve: Nach ungefähr drei Tagen schlüpft eine kleine Larve, die intensiv gefüttert wird.
- Puppe: Die Zelle wird verdeckelt. Im Inneren findet die vollständige Umwandlung zur erwachsenen Biene statt.
- Erwachsene Biene: Die fertige Biene öffnet den Zelldeckel und schlüpft.
| Bienenwesen | Ei | Offene Larvenzeit | Gesamtentwicklung bis zum Schlupf |
|---|---|---|---|
| Königin | etwa 3 Tage | etwa 5 Tage | ungefähr 16 Tage |
| Arbeiterin | etwa 3 Tage | etwa 6 Tage | ungefähr 21 Tage |
| Drohn | etwa 3 Tage | etwa 6 bis 7 Tage | ungefähr 24 Tage |
Königin und Arbeiterin entstehen beide aus befruchteten Eiern. Die unterschiedliche Entwicklung wird wesentlich durch Zellform, Futtermenge, Futterzusammensetzung und Pflege beeinflusst. Königinnenlarven werden in speziellen Weiselzellen mit reichlich Gelée Royale versorgt.
Welche Aufgaben hat eine Arbeiterin?
Die Aufgaben einer Arbeiterin verändern sich häufig mit ihrem Alter. Dieses Prinzip wird als altersabhängige Arbeitsteilung bezeichnet. Der Ablauf ist jedoch nicht starr. Je nach Bedarf des Volkes können Bienen Tätigkeiten früher, später oder erneut übernehmen.
| Lebensphase | Typische Aufgaben |
|---|---|
| Junge Stockbiene | Zellen reinigen und Brutbereich pflegen |
| Ammenbiene | Larven mit Futtersaft versorgen und Königin pflegen |
| Baubiene | Wachs ausscheiden, Waben bauen und Schäden ausbessern |
| Honig- und Stockbiene | Nektar übernehmen, Wasser reduzieren und Vorräte einlagern |
| Wächterin | Flugloch kontrollieren und fremde Tiere abwehren |
| Sammelbiene | Nektar, Pollen, Wasser und Pflanzenharze sammeln |
Die oft genannten festen Alterstage sind nur grobe Orientierungen. Ein Bienenvolk reagiert flexibel auf Brutmenge, Tracht, Wetter, Krankheiten und den Verlust bestimmter Arbeiterinnengruppen.
Wie kommunizieren Honigbienen?
Honigbienen kommunizieren nicht über eine einzelne Sprache. Sie verbinden Duftstoffe, Berührungen, Bewegungen, Vibrationen, Geräusche und den Austausch von Nahrung.
Der Schwänzeltanz
Mit dem Schwänzeltanz kann eine erfolgreiche Sammlerin Informationen über Richtung und Entfernung einer ergiebigen Futterquelle weitergeben. Die Richtung des Schwänzellaufs steht in Beziehung zum Sonnenstand. Die Dauer und Ausführung enthalten Informationen über die Entfernung und Qualität der Quelle.
Duftstoffe und Pheromone
Pheromone beeinflussen viele Vorgänge im Bienenvolk. Königin, Arbeiterinnen, Brut und Drohnen geben unterschiedliche Duftstoffe ab. Sie können beispielsweise Informationen über den Zustand der Königin, die Brut, eine Gefahr oder einen geeigneten Sammelplatz vermitteln.
Nahrungsaustausch
Beim gegenseitigen Füttern werden nicht nur Nährstoffe, sondern auch Gerüche und chemische Informationen verteilt. Dieser soziale Nahrungsaustausch wird Trophallaxis genannt.
Was fressen Honigbienen?
Honigbienen benötigen unterschiedliche Nahrungsquellen. Nektar und Honig liefern hauptsächlich Energie. Pollen beziehungsweise Bienenbrot liefern vor allem Eiweiß, Fette, Mineralstoffe und weitere Nährstoffe.
| Nahrungsquelle | Bedeutung im Bienenvolk |
|---|---|
| Nektar | Zuckerhaltiger Blütensaft und Ausgangsstoff vieler Honige |
| Honigtau | Zuckerhaltige Ausscheidung pflanzensaftsaugender Insekten und Ausgangsstoff von Honigtauhonig |
| Honig | Länger lagerfähiger Energievorrat für trachtarme Zeiten und Winter |
| Pollen | Wichtige Quelle für Eiweiß, Fette und weitere Nährstoffe |
| Bienenbrot | In Wabenzellen eingelagerter und veränderter Pollen |
| Wasser | Wichtig für Futterbereitung, Kühlung und Wasserhaushalt |
Propolis ist dagegen kein normales Futter. Es wird überwiegend als Bau- und Schutzmaterial eingesetzt.
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Wie entsteht Honig?
Eine Sammelbiene nimmt Nektar mit ihrem Rüssel auf und transportiert ihn in ihrer Honigblase, die häufig auch Honigmagen genannt wird. Die Honigblase ist ein dehnbarer Vorratsbereich des Verdauungssystems. Der gesammelte Nektar wird dort transportiert, aber nicht wie normale Nahrung vollständig verdaut.
- Sammeln: Die Biene nimmt Nektar oder Honigtau auf.
- Transport: Das Sammelgut gelangt in der Honigblase zum Bienenstock.
- Weitergabe: Stockbienen übernehmen und bearbeiten die Flüssigkeit.
- Enzymatische Veränderung: Körpereigene Stoffe der Bienen verändern die Zusammensetzung.
- Wasserentzug: Die Flüssigkeit wird mehrfach umgetragen und durch Belüftung eingedickt.
- Einlagerung: Der reifende Honig wird in Wabenzellen gespeichert.
- Verdeckelung: Reifer Honig wird häufig mit einem dünnen Wachsdeckel verschlossen.
Honig ist in erster Linie der Energievorrat des Bienenvolkes. Der Imker darf deshalb nur den Anteil entnehmen, den das Volk nicht selbst für Brut, schlechte Wetterphasen und Überwinterung benötigt.
Honig aus dem Siegerland
Unser eigener Blütenhonig stammt aus der regionalen Imkerei im Siegerland. Er wird sorgfältig geerntet, abgefüllt und direkt über Online-Biene angeboten.
Warum ist die Honigbiene für die Bestäubung wichtig?
Beim Sammeln von Nektar und Pollen bleiben Pollenkörner im Haarkleid der Biene hängen. Besucht sie anschließend eine weitere Blüte derselben Pflanzenart, kann Pollen auf die Narbe übertragen werden. Dadurch wird die Befruchtung der Pflanze ermöglicht oder verbessert.
Honigbienen besitzen mehrere Eigenschaften, die sie zu wichtigen Bestäubern machen:
- Sie überwintern als vollständiges Volk und sind im Frühjahr früh in großer Zahl aktiv.
- Ein Volk kann mehrere Zehntausend Individuen umfassen.
- Sammelbienen zeigen häufig Blütenstetigkeit und besuchen auf einem Flug überwiegend dieselbe Pflanzenart.
- Über den Schwänzeltanz können ergiebige Futterquellen im Volk bekannt gemacht werden.
- Bienenvölker lassen sich durch Imker gezielt an landwirtschaftliche Kulturen stellen.
Die Honigbiene ist jedoch nicht der einzige wichtige Bestäuber. Hummeln, andere Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer, Schmetterlinge und weitere Tiere übernehmen ebenfalls wertvolle Bestäubungsleistungen. Manche Pflanzen werden von bestimmten Wildbienen besonders effizient bestäubt.
Honigbienen und Wildbienen nicht gegeneinander ausspielen: Eine vielfältige Landschaft benötigt unterschiedliche Bestäuber. Blütenangebot, Nistplätze und eine schonende Flächennutzung helfen vielen Insektenarten gleichzeitig.
Warum schwärmen Honigbienen?
Das Schwärmen ist die natürliche Vermehrung eines Honigbienenvolkes. Dabei teilt sich das bestehende Volk.
Vor dem Schwärmen ziehen die Arbeiterinnen mehrere neue Königinnen in Weiselzellen heran. Die alte Königin verlässt den Stock mit einem großen Teil der Arbeiterinnen. Dieser Vorschwarm sammelt sich häufig zunächst als Traube an einem Ast, Zaun, Strauch oder Gebäude.
Während der Schwarm dort hängt, suchen Kundschafterinnen nach einem geeigneten neuen Nistplatz. Der zurückbleibende Volksteil zieht eine junge Königin auf und bleibt im bisherigen Nest.
Bienenschwarm im Garten?
Ein frei hängender Schwarm wirkt beeindruckend, ist während der Suche nach einer neuen Unterkunft aber häufig vergleichsweise ruhig. Halte Abstand, störe die Tiere nicht und versuche nicht, sie mit Wasser, Rauch oder Insektenspray zu vertreiben.
Im Raum Siegerland hole ich erreichbare Bienenschwärme nach Möglichkeit kostenlos und fachgerecht ab.
Die Honigbiene im Jahresverlauf
Frühling: Aufbau und Brut
Mit steigenden Temperaturen und zunehmendem Blütenangebot wächst das Brutnest. Winterbienen ziehen junge Arbeiterinnen auf. Das Volk benötigt jetzt große Mengen Pollen, Nektar und Wasser.
Frühsommer: Volksstärke und Schwarmzeit
Das Volk erreicht eine hohe Bienen- und Brutmenge. Bei guter Tracht werden Vorräte angelegt. Gleichzeitig liegt in dieser Zeit häufig der Schwerpunkt der natürlichen Schwarmvermehrung.
Sommer: Honigernte und Vorbereitung
Nach den Haupttrachten nimmt die Brut häufig langsam ab. Für den Imker beginnt nach der letzten Honigernte die entscheidende Phase der Varroakontrolle, Behandlung und Wintervorbereitung.
Herbst: Winterbienen und Vorräte
Das Volk zieht langlebige Winterbienen auf. Drohnen werden nicht mehr benötigt und häufig aus dem Stock gedrängt. Futtervorrat, Volksstärke und Varroabelastung entscheiden wesentlich über die Überwinterungschancen.
Winter: Leben in der Traube
Bei niedrigen Temperaturen ziehen sich die Bienen zur Wintertraube zusammen. Sie leben von ihren Vorräten, erzeugen durch Muskelarbeit Wärme und wechseln innerhalb der Traube ihre Positionen.
Imkern durch das ganze Jahr
In unserer Monatsreihe erfährst du, welche Arbeiten am Bienenvolk von Januar bis Dezember anstehen.
Wie überwintern Honigbienen?
Honigbienen halten keinen Winterschlaf. Das gesamte Volk überwintert gemeinsam. Sobald die Außentemperaturen sinken, bilden die Bienen eine dichte Wintertraube.
Im Inneren der Traube erzeugen Bienen durch Muskelarbeit Wärme. Die Tiere an der kühleren Außenseite wechseln mit wärmeren Bienen aus dem Inneren. So kann das Volk auch längere Frostperioden überstehen.
Während des Winters bewegen sich die Bienen als Traube langsam entlang der Futtervorräte. Befindet sich das Futter außerhalb der erreichbaren Zone oder sind die Vorräte zu gering, kann ein Volk trotz vorhandenen Honigs an anderer Stelle verhungern.
An milden Wintertagen verlassen einzelne Bienen den Stock zum Reinigungsflug. Dabei entleeren sie ihre Kotblase, weil Honigbienen normalerweise nicht innerhalb des Nestes koten.
Honigbienenarten, Unterarten und Zuchtlinien
Zur Gattung Apis gehören mehrere Honigbienenarten. Neben der Westlichen Honigbiene gibt es beispielsweise die Östliche beziehungsweise Asiatische Honigbiene Apis cerana, die Riesenhonigbiene Apis dorsata und die Zwerghonigbiene Apis florea.
Die im deutschsprachigen Raum gehaltenen Bienenvölker gehören fast immer zur Westlichen Honigbiene Apis mellifera. Innerhalb dieser Art existieren natürliche Unterarten, regionale Populationen und züchterisch entstandene Linien.
| Bezeichnung | Einordnung | Kurz erklärt |
|---|---|---|
| Carnica | Apis mellifera carnica | Natürliche Unterart aus dem südöstlichen Alpen- und Balkanraum, in Deutschland stark verbreitet |
| Dunkle Biene | Apis mellifera mellifera | Ursprüngliche Unterart großer Teile Nord- und Mitteleuropas |
| Italienische Biene | Apis mellifera ligustica | Unterart aus Italien, häufig mit gelblichen Hinterleibsringen |
| Kaukasische Biene | Apis mellifera caucasia | Unterart aus dem Kaukasusraum |
| Buckfastbiene | Züchterisch entwickelte Population | Keine natürliche Unterart, sondern aus gezielten Kreuzungen und langjähriger Selektion entstanden |
Der früher häufig verwendete Begriff „Bienenrasse“ wird im Alltag weiterhin genutzt. Biologisch ist bei natürlich entstandenen Gruppen meist die Bezeichnung Unterart, Population oder Ökotyp genauer.
Afrikanisierte Honigbienen
Afrikanisierte Honigbienen sind keine einzelne afrikanische Unterart. Sie entstanden in Südamerika durch Kreuzungen eingeführter europäischer Honigbienen mit Honigbienen afrikanischer Herkunft, insbesondere mit Anteilen von Apis mellifera scutellata.
Die Unterart Apis mellifera scutellata selbst einfach mit „afrikanisierte Honigbiene“ oder „Killerbiene“ gleichzusetzen, ist daher fachlich falsch.
Was unterscheidet Honigbienen von Wildbienen?
| Merkmal | Honigbiene | Viele Wildbienenarten |
|---|---|---|
| Lebensweise | Dauerhaft staatenbildend | Überwiegend allein lebend |
| Überwinterung | Ganzes Volk überwintert | Häufig überwintert nur ein Entwicklungsstadium oder begattetes Weibchen |
| Honigvorrat | Große Vorräte für das Volk | Keine vergleichbaren Honigvorräte |
| Nistplatz | Große Hohlräume oder Imkerbeuten | Je nach Art Boden, Pflanzenstängel, Holz, Mauerspalten oder Schneckenhäuser |
| Betreuung | Meist durch Imker gehalten | Wild lebend |
| Blütenwahl | Besucht viele Pflanzenarten | Manche Arten sind auf wenige Pflanzen spezialisiert |
Ein klassisches Insektenhotel ist vor allem für bestimmte hohlraumnistende Wildbienen gedacht. Ein Honigbienenvolk zieht dort nicht ein. Honigbienen benötigen einen wesentlich größeren Hohlraum und bauen darin mehrere große Waben.
Honigbiene und Wespe unterscheiden
Honigbienen wirken meist braun bis goldbraun und deutlich behaart. Wespen besitzen häufig eine auffälligere schwarz-gelbe Zeichnung, eine glattere Körperoberfläche und eine ausgeprägtere Wespentaille.
- Honigbienen sammeln Nektar und Pollen an Blüten.
- Viele Wespenarten fangen tierische Beute zur Versorgung ihrer Larven.
- Honigbienen interessieren sich normalerweise kaum für Fleisch oder süße Getränke am Tisch.
- Arbeiterinnen der Honigbiene verlieren beim Stich in menschliche Haut häufig ihren Stachel.
- Wespen können ihren Stachel in der Regel mehrfach einsetzen.
Krankheiten und Gefahren der Honigbiene
Die Gesundheit eines Bienenvolkes hängt nicht von einer einzigen Ursache ab. Parasiten, Viren, Bakterien, Pilze, Ernährung, Wetter, Königinnenqualität, imkerliche Maßnahmen und Umweltbelastungen können zusammenwirken.
Varroamilbe
Die Varroamilbe Varroa destructor ist ein äußerer Parasit der Honigbiene. Sie vermehrt sich in verdeckelten Brutzellen und schädigt Bienenbrut und erwachsene Bienen. Besonders schwer wiegt ihre Rolle bei der Übertragung und Verstärkung von Virusinfektionen.
Ohne geeignete Kontrolle und Behandlung brechen die meisten betreuten europäischen Bienenvölker früher oder später zusammen. Die Varroakontrolle gehört deshalb zu den wichtigsten Aufgaben des Imkers.
Weitere Bienenkrankheiten
- Flügeldeformationsvirus und weitere Viren,
- Amerikanische Faulbrut,
- Europäische Faulbrut,
- Nosema-Infektionen,
- Kalkbrut
- und verschiedene weitere Krankheitserreger.
Nahrungsmangel und einseitige Tracht
Ein kurzfristig blühendes Massentrachtfeld kann große Nektarmengen liefern. Nach dem Abblühen kann jedoch eine Nahrungslücke entstehen. Für eine ausgewogene Pollenversorgung benötigen Bienenvölker über die Saison hinweg unterschiedliche Pflanzenarten.
Pflanzenschutzmittel
Fehlerhaft oder ungünstig eingesetzte Pflanzenschutzmittel können Bienen direkt schädigen oder ihr Verhalten und ihre Entwicklung beeinflussen. Entscheidend sind Wirkstoff, Dosis, Anwendungszeitpunkt, Pflanzenart und Expositionsweg.
Wetter und Klimaveränderungen
Spätfrost, lange Regenperioden, Dürre oder ungewöhnlich warme Winter können Blühzeiten, Nektarangebot, Brutverlauf und Varroaentwicklung verändern. Klimatische Veränderungen wirken deshalb nicht nur direkt, sondern verändern das gesamte Bienenjahr.
„Das Bienensterben“ ist zu ungenau: Probleme betreuter Honigbienenvölker und der Rückgang vieler wild lebender Insektenarten haben teilweise unterschiedliche Ursachen. Honigbienen werden von Imkern vermehrt, gefüttert, behandelt und kontrolliert. Wildbienen sind vollständig auf geeignete natürliche Lebensräume und Nistplätze angewiesen.
Was hilft Honigbienen und anderen Bestäubern wirklich?
- Durchgängiges Blütenangebot: Vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst sollten unterschiedliche Pflanzen blühen.
- Ungefüllte Blüten: Sie bieten häufig besseren Zugang zu Nektar und Pollen als stark gefüllte Zierformen.
- Keine unnötigen Insektizide: Im Garten möglichst auf bienengefährliche Mittel verzichten.
- Wasserstellen: Flache, saubere Tränken mit sicheren Landemöglichkeiten anbieten.
- Heimische Vielfalt: Hecken, Kräuter, Obstgehölze, Wiesen und Stauden kombinieren.
- Wildbienen-Nistplätze: Offene Bodenstellen, Totholz und geeignete Pflanzenstängel erhalten.
- Regionale Imkerei unterstützen: Honig direkt bei verantwortungsvoll arbeitenden Imkereien kaufen.
- Schwärme melden: Bienenschwärme nicht bekämpfen, sondern einen Imker kontaktieren.
Eine einzelne exotische „Bienenpflanze“ reicht nicht aus. Entscheidend ist ein vielfältiges und zeitlich möglichst lückenloses Nahrungsangebot.
Die Honigbiene aus Sicht eines Imkers
Als Imker sieht man nicht nur einzelne Bienen. Man erlebt das gesamte Volk als Einheit: Im Frühjahr wächst es schnell, im Frühsommer entsteht Schwarmstimmung, im Sommer werden Vorräte eingetragen und im Herbst beginnt bereits die Vorbereitung auf den Winter.
Besonders faszinierend ist die Anpassungsfähigkeit. Fehlen plötzlich Sammelbienen, können jüngere Arbeiterinnen früher zum Außendienst wechseln. Wird viel Brut gepflegt, steigt der Bedarf an Ammenbienen. Bei Hitze holen Wasserträgerinnen zusätzliche Flüssigkeit und andere Bienen fächeln Luft durch den Stock.
Gleichzeitig ist ein Honigbienenvolk kein unverwundbares Naturwunder. Ohne ausreichendes Futter, eine funktionierende Königin und konsequente Varroakontrolle kann ein Volk schnell geschwächt werden.
„Die größte Leistung der Honigbiene ist nicht der einzelne Tropfen Honig, sondern das präzise Zusammenspiel von Tausenden Tieren, die gemeinsam wie ein Organismus handeln.“
Häufige Fragen zur Honigbiene
Wie lautet der wissenschaftliche Name der Honigbiene?
Die in Europa und in der Imkerei wichtigste Art ist die Westliche Honigbiene mit dem wissenschaftlichen Namen Apis mellifera.
Wie viele Beine hat eine Honigbiene?
Eine Honigbiene besitzt sechs Beine. Sie gehört damit wie alle Bienen zur Klasse der Insekten.
Wie viele Flügel hat eine Honigbiene?
Honigbienen besitzen vier Flügel: zwei größere Vorderflügel und zwei kleinere Hinterflügel. Beim Fliegen werden beide Flügel jeder Seite miteinander gekoppelt.
Wie viele Augen hat eine Honigbiene?
Sie besitzt fünf Augen: zwei große Facettenaugen und drei kleine Punktaugen auf der Oberseite des Kopfes.
Wie lange lebt eine Honigbiene?
Sommerarbeiterinnen leben meist nur einige Wochen. Winterbienen können mehrere Monate alt werden. Eine Königin kann mehrere Jahre leben. Drohnen leben bis zur Begattung oder werden häufig vor dem Winter aus dem Volk gedrängt.
Wie viele Bienen leben in einem Bienenstock?
Die Volksstärke schwankt stark mit der Jahreszeit. Im Winter können nur wenige Tausend Bienen vorhanden sein. Im Frühsommer kann ein starkes Volk mehrere Zehntausend Tiere umfassen.
Wie viele Königinnen hat ein Bienenvolk?
Normalerweise lebt eine begattete Königin im Volk. Während Schwarmvorbereitung, Königinnenwechsel oder besonderen Übergangsphasen können zeitweise mehrere Königinnen beziehungsweise Königinnenzellen vorhanden sein.
Was ist die Aufgabe der Königin?
Die Königin legt die Eier und gibt Pheromone ab, die das soziale Zusammenleben beeinflussen. Sie kommandiert die Arbeiterinnen aber nicht durch einzelne Befehle.
Können Drohnen stechen?
Nein. Drohnen besitzen keinen Stachel. Nur die weiblichen Arbeiterinnen und Königinnen besitzen einen Giftstachel.
Schlafen Honigbienen?
Honigbienen zeigen Ruhe- und Schlafphasen. Besonders ältere Sammelbienen besitzen erkennbare Ruhezeiten. Das gesamte Volk schläft jedoch nicht gleichzeitig.
Halten Honigbienen Winterschlaf?
Nein. Sie überwintern aktiv als Wintertraube, erzeugen Wärme und leben von ihren eingelagerten Vorräten.
Warum tanzen Honigbienen?
Mit Tänzen können Sammelbienen Informationen über Futterquellen vermitteln. Der Schwänzeltanz enthält Hinweise auf Richtung, Entfernung und Ergiebigkeit einer Quelle.
Warum schwärmen Bienen?
Das Schwärmen ist die natürliche Vermehrung des Bienenvolkes. Die alte Königin verlässt mit einem Teil der Arbeiterinnen den bisherigen Stock und gründet an einem neuen Ort ein Volk.
Sind Honigbienen vom Aussterben bedroht?
Die Westliche Honigbiene wird in Deutschland überwiegend von Imkern gehalten und gezielt vermehrt. Einzelne Völker können durch Krankheiten, Varroamilben, Hunger oder andere Faktoren sterben. Die Lage ist jedoch nicht mit dem Rückgang vieler wild lebender Bienenarten gleichzusetzen.
Sind Honigbienen aggressiv?
Honigbienen verteidigen ihr Volk, ihre Brut und Vorräte. An Blüten sind sie normalerweise friedlich. Verhalten und Verteidigungsbereitschaft hängen unter anderem von Genetik, Wetter, Volkszustand und Störung ab.
Fazit: Ein Tier, das nur im Volk vollständig ist
Die Honigbiene ist ein hoch spezialisiertes Insekt. Besonders beeindruckend ist jedoch nicht nur der Körper einer einzelnen Biene, sondern die Organisation des gesamten Bienenvolkes.
Königin, Arbeiterinnen und Drohnen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Kommunikation, Arbeitsteilung und gemeinschaftliche Temperaturregelung machen aus vielen einzelnen Tieren einen leistungsfähigen Superorganismus.
Honigbienen bestäuben zahlreiche Pflanzen, erzeugen Honig und weitere Bienenprodukte und sind seit langer Zeit eng mit der menschlichen Landwirtschaft und Imkerei verbunden. Gleichzeitig sind sie auf vielfältige Nahrung, eine gesunde Umwelt und verantwortungsvolle Betreuung angewiesen.
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Quellen und weiterführende Informationen
Für die fachliche Überarbeitung wurden vorrangig Informationen von Bieneninstituten, wissenschaftlichen Einrichtungen, dem Deutschen Imkerbund und anerkannten Naturschutzorganisationen verwendet.
- Universität Hohenheim: Biologie und Verhalten der Honigbiene
- Universität Hohenheim: Honigbienen und Bestäubung
- LAVES Institut für Bienenkunde Celle: Bestäubung, Pollen und Honig
- LAVES: Honigbienen und Imkerei
- Deutscher Imkerbund: Bienen und Bestäubung
- Deutsches Bienenmonitoring: Faktoren für Winterverluste
- NABU: Die Honigbiene im Porträt
Über den Autor
Thomas Wüst imkert seit rund zwölf Jahren im Siegerland und betreibt Online-Biene.de. Seine Ratgeber verbinden praktische Erfahrungen am Bienenvolk mit sorgfältig geprüften Informationen aus Bieneninstituten, Fachliteratur und anerkannten Organisationen.







