Imker-Lexikon von A bis Z
73 verständlich erklärte Begriffe rund um Bienen, Honig und Imkerei. Suche direkt nach einem Fachwort oder springe über das Alphabet zum passenden Abschnitt.
73 Begriffe verfügbar
Imkerbegriffe schnell verstehen
Das Lexikon erklärt häufig verwendete Fachwörter kompakt und praxisnah. Die Definitionen sind als Einstieg gedacht. Bei Bienengesundheit, Tierarzneimitteln oder rechtlichen Fragen gelten immer die aktuellen behördlichen Vorgaben und fachlichen Empfehlungen.
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Begriffe mit A
6 BegriffeAbleger
Ein neues, zunächst kleineres Bienenvolk, das aus Brutwaben, Futterwaben und Bienen gebildet wird. Je nach Methode erhält es eine Königin, eine Weiselzelle oder zieht sich selbst eine Königin nach.
Absperrgitter
Ein Gitter zwischen Brut- und Honigraum. Arbeiterinnen können hindurchlaufen, die größere Königin bleibt in der Regel im Brutraum.
Abkehrbesen
Ein weicher Besen, mit dem Bienen vorsichtig von Waben oder Beutenteilen abgekehrt werden.
Amerikanische Faulbrut
Eine schwere bakterielle Brutkrankheit. Bei Verdacht dürfen keine eigenmächtigen Maßnahmen getroffen werden; zuständige Behörde oder Bienensachverständige müssen einbezogen werden.
Anflugbrett
Eine Fläche vor dem Flugloch, auf der Bienen landen und in die Beute laufen können. Nicht jede Beutenkonstruktion benötigt ein ausgeprägtes Anflugbrett.
Arbeiterin
Weibliche Honigbiene, die je nach Alter unter anderem putzt, Brut pflegt, Wachs produziert, bewacht und sammelt.
Begriffe mit B
10 BegriffeBaurahmen
Ein Rähmchen, in dem die Bienen frei bauen. Häufig wird es zur Erzeugung von Drohnenbrut und als Baubarometer genutzt.
Belegstelle
Ein kontrollierter Paarungsplatz für junge Königinnen. Durch die Auswahl der dort aufgestellten Drohnenvölker soll eine gezielte Anpaarung unterstützt werden.
Beute
Die vom Imker bereitgestellte Bienenwohnung. Sie besteht je nach System aus Boden, Zargen, Rähmchen, Deckel und weiteren Bauteilen.
Bienenbrot
In Wabenzellen eingelagerter und durch Mikroorganismen veränderter Pollen. Er dient dem Volk als Eiweiß- und Nährstoffquelle.
Bienenflucht
Eine Vorrichtung zwischen Brut- und Honigraum, durch die Bienen in eine Richtung laufen können. Sie erleichtert das Bienefreimachen reifer Honigräume.
Bienenstock
Allgemeine Bezeichnung für die Beute mitsamt dem darin lebenden Bienenvolk. Fachlich werden Beute und Bienenvolk häufig getrennt benannt.
Bienentraube
Dichte Ansammlung von Bienen zur Wärmehaltung. Besonders im Winter bildet das Volk eine Wintertraube um Futtervorräte und Königin.
Brutnest
Der zusammenhängende Bereich der Waben mit Eiern, Larven und verdeckelter Brut. Seine Form und Ausdehnung geben Hinweise auf Volksentwicklung und Königin.
Brutraum
Der Bereich der Beute, in dem die Königin überwiegend Eier legt und die Brut gepflegt wird.
Buckelbrut
Unregelmäßig hoch verdeckelte Arbeiterinnenzellen mit Drohnenbrut. Sie kann auf eine drohnenbrütige Königin oder eierlegende Arbeiterinnen hinweisen.
Begriffe mit D
3 BegriffeDadant
Ein verbreitetes Magazinbeutensystem mit großem Brutraum und meist flacheren Honigräumen. Es existieren verschiedene Dadant-Ausführungen.
Drohn
Männliche Honigbiene. Drohnen entstehen aus unbefruchteten Eiern und dienen vor allem der Begattung junger Königinnen.
Drohnenrahmen
Siehe Baurahmen: ein Rähmchen, in dem bevorzugt Drohnenbau entsteht. Verdeckelte Drohnenbrut wird teils im Rahmen eines Varroakonzepts entnommen.
Begriffe mit E
2 BegriffeEinfütterung
Versorgung der Völker mit geeignetem Winterfutter nach der Honigernte. Zielmenge und Zeitpunkt richten sich nach Beutensystem, Volksstärke, vorhandenen Vorräten und Region. Zum Futterrechner →
Einweiseln
Das Zusetzen einer Königin in ein weiselloses oder umzuweiselndes Volk. Zeitpunkt, Volkszustand und Zusetzmethode beeinflussen die Annahme.
Begriffe mit F
3 BegriffeFlugloch
Öffnung der Beute, durch die Bienen ein- und ausfliegen. Seine Größe kann an Volksstärke, Jahreszeit und Räubereigefahr angepasst werden.
Futterkranzprobe
Eine Sammelprobe aus Futterbereichen mehrerer Brutwaben. Sie wird im Labor vor allem zur Untersuchung auf Sporen des Erregers der Amerikanischen Faulbrut verwendet.
Futterteig
Feste oder knetbare Bienenfütterung auf Zuckerbasis. Er wird je nach Zweck und Situation als Ergänzungs-, Reiz- oder Notfutter eingesetzt.
Begriffe mit G
3 BegriffeGelée Royale
Futtersaft der Ammenbienen. Königinnenlarven werden während ihrer gesamten Larvenentwicklung damit versorgt.
Gemüll
Material, das auf den Beutenboden fällt, etwa Wachskrümel, Zelldeckel, Pollenreste oder Milben. Das Gemüll kann Hinweise auf Vorgänge im Volk geben.
Gesundheitsbescheinigung
Amtstierärztliche Bescheinigung zur Bienengesundheit, die insbesondere beim Verbringen von Bienenvölkern erforderlich sein kann. Die konkreten Vorgaben sind mit der zuständigen Behörde zu klären.
Begriffe mit H
5 BegriffeHonig
Von Honigbienen aus Nektar oder Honigtau erzeugtes Lebensmittel. Die Bienen reichern den Rohstoff mit körpereigenen Stoffen an, entziehen Wasser und lagern ihn in Waben. Zum Honigrechner →
Honigblase
Dehnbarer Abschnitt des Verdauungssystems, in dem Sammlerinnen Nektar oder Honigtau transportieren. Sie wird auch Honigmagen genannt.
Honigraum
Beutenbereich oberhalb oder neben dem Brutraum, in dem Honigwaben für die Ernte ausgebaut und gefüllt werden.
Honigschleuder
Gerät, das Honig durch Zentrifugalkraft aus entdeckelten Waben löst. Die Waben können anschließend wiederverwendet werden.
Honigtau
Zuckerhaltige Ausscheidung pflanzensaugender Insekten, die von Bienen gesammelt und zu Honigtauhonig verarbeitet werden kann.
Begriffe mit K
3 BegriffeKaltbau
Wabenanordnung, bei der die Wabengassen ungefähr in Richtung Flugloch verlaufen. Die Bezeichnung beschreibt die Stellung der Waben, nicht die Temperatur.
Königin
Begattetes Weibchen im Bienenvolk. Sie legt Eier und beeinflusst das soziale Gefüge des Volkes durch Pheromone.
Kunstschwarm
Ein künstlich gebildetes Volk aus abgekehrten Bienen ohne Brutwaben. Es erhält eine Königin und wird auf neue Waben gesetzt.
Begriffe mit M
3 BegriffeMagazinbeute
Beute aus übereinandergesetzten Zargen mit herausnehmbaren Rähmchen. Der Raum lässt sich durch Aufsetzen oder Abnehmen von Zargen verändern.
Mittelwand
Dünne Wachsplatte mit vorgeprägten Zellböden. Sie wird in Rähmchen eingesetzt und gibt den Bienen eine Baurichtung vor.
Milbenfall
Anzahl der Varroamilben, die innerhalb eines festgelegten Zeitraums auf eine eingelegte Diagnosefläche fallen. Für die Beurteilung müssen Zeitraum, Jahreszeit und mögliche Störeinflüsse berücksichtigt werden. Zum Varroa-Rechner →
Begriffe mit N
2 BegriffeNektar
Zuckerhaltiger Pflanzensaft aus Blüten oder anderen Nektarien. Bienen sammeln ihn und verarbeiten ihn zu Honig.
Nosemose
Erkrankung erwachsener Bienen durch Mikrosporidien der Gattung Nosema. Eine sichere Diagnose erfolgt durch geeignete Untersuchung, nicht allein anhand äußerer Symptome.
Begriffe mit P
2 BegriffePollen
Männliche Keimzellen der Blütenpflanzen. Bienen sammeln Pollen als wichtige Eiweiß-, Fett-, Vitamin- und Mineralstoffquelle für die Brutversorgung.
Propolis
Harzartige Masse aus pflanzlichen Harzen, Wachs und bieneneigenen Bestandteilen. Bienen nutzen sie zum Abdichten und zur hygienischen Stabilisierung der Beute.
Begriffe mit R
4 BegriffeRäuberei
Unkontrolliertes Eindringen fremder Bienen in ein Volk, um Futter zu stehlen. Auslöser können offene Futterquellen, Kleckern oder zu große Fluglöcher bei schwachen Völkern sein.
Rähmchen
Herausnehmbarer Holz- oder Kunststoffrahmen, in dem Bienen ihre Waben bauen. Maße und Ausführung hängen vom Beutensystem ab.
Refraktometer
Messgerät zur Bestimmung des Wassergehalts von Honig. Für brauchbare Werte müssen Gerät, Probe, Temperatur und Kalibrierung beachtet werden.
Reinigungsflug
Erster stärkerer Ausflug nach längerer Winterruhe, bei dem die Bienen ihre Kotblase außerhalb der Beute entleeren.
Begriffe mit S
7 BegriffeSammelbrutableger
Ableger, der aus Brutwaben mehrerer Völker zusammengestellt wird. Er kann zur Völkervermehrung oder Königinnenaufzucht genutzt werden.
Schleuderreife
Zustand, in dem Honig ausreichend ausgereift und für die Ernte geeignet ist. Verdeckelung allein ist nicht immer ausreichend; der Wassergehalt sollte geprüft werden.
Schwarm
Teil eines Bienenvolkes, der mit einer Königin auszieht und eine neue Behausung sucht. Schwärmen ist die natürliche Vermehrung des Bienenvolkes.
Schwarmzelle
Weiselzelle, die ein Volk im Rahmen der Schwarmvorbereitung anlegt. Häufig befinden sich mehrere Zellen an Wabenrändern oder Unterkanten.
Smoker
Gerät zur Erzeugung von kühlem Rauch. Rauch kann die Bienen bei Eingriffen lenken und die Arbeit am Volk erleichtern.
Stockkarte
Dokumentation zu einem Bienenvolk. Eingetragen werden beispielsweise Durchsichten, Königin, Fütterung, Varroadiagnose, Behandlungen und Ernte.
Stifte
Imkerliche Bezeichnung für frisch gelegte Bieneneier. Junge Eier stehen zunächst aufrecht am Zellboden und neigen sich später.
Begriffe mit T
3 BegriffeTracht
Das Angebot an Nektar, Honigtau und Pollen, das Bienen in einem Gebiet und Zeitraum nutzen können. Zum Blühkalender →
Trachtlücke
Zeitraum mit geringem Nektar- und Pollenangebot. Je nach Volksstärke und Vorräten kann dadurch Futterknappheit oder Räubereigefahr entstehen.
Totenfall
Tote Bienen und andere Rückstände auf dem Beutenboden oder vor dem Flugloch. Menge und Erscheinungsbild müssen im Zusammenhang mit Jahreszeit und Volksstärke beurteilt werden.
Begriffe mit U
2 BegriffeUmlarven
Übertragen sehr junger Arbeiterinnenlarven in künstliche Weiselnäpfchen zur gezielten Königinnenaufzucht.
Umweiseln
Austausch der vorhandenen Königin gegen eine andere. Gründe können Alter, Leistung, Verhalten oder ein unbefriedigendes Brutbild sein.
Begriffe mit V
3 BegriffeVarroamilbe
Parasit der Honigbiene, der sich in der verdeckelten Brut vermehrt und Bienen sowie Brut schädigt. Diagnose und ein wirksames Behandlungskonzept sind zentrale Bestandteile der Bienengesundheit. Zum Varroa-Ratgeber →
Verdeckelung
Verschluss einer Wabenzelle mit einem Wachsdeckel. Brut- und Honigzellen werden aus unterschiedlichen Gründen und mit unterschiedlicher Struktur verdeckelt.
Volk
Gesamtheit aus Königin, Arbeiterinnen, zeitweise Drohnen, Brut und Waben. Das Bienenvolk funktioniert als soziale Einheit.
Begriffe mit W
9 BegriffeWabe
Von Bienen aus Wachs errichtete Struktur aus sechseckigen Zellen. Sie dient der Brutpflege und Lagerung von Honig und Pollen.
Wabenhygiene
Planmäßiger Austausch alter, stark belasteter oder beschädigter Waben. Sie gehört zur vorbeugenden Gesunderhaltung und sauberen Betriebsweise.
Warmbau
Wabenanordnung, bei der die Wabenflächen ungefähr parallel zur Fluglochseite stehen. Die Bezeichnung beschreibt die Wabenstellung.
Wassergehalt
Anteil des Wassers im Honig. Er beeinflusst Lagerstabilität und Gärungsrisiko und wird meist mit einem Refraktometer bestimmt.
Weisel
Traditionelle imkerliche Bezeichnung für die Bienenkönigin.
Weiselprobe
Gabe einer Wabe mit jüngster offener Brut in ein Volk, wenn unklar ist, ob eine Königin vorhanden ist. Werden Nachschaffungszellen angelegt, spricht das für Weisellosigkeit.
Weiselrichtigkeit
Zustand eines Volkes mit funktionsfähiger Königin. Hinweise sind unter anderem frische Stifte und ein zur Jahreszeit passendes Brutbild.
Winterbienen
Langlebigere Arbeiterinnen, die im Spätsommer und Herbst entstehen und das Volk über den Winter bis zur neuen Brutaufzucht tragen.
Wintertraube
Dichte Anordnung der Bienen zur Wärmeregulation im Winter. Die Bienen bewegen sich langsam entlang der erreichbaren Futtervorräte.
Begriffe mit Z
3 BegriffeZarge
Kastenförmiges Bauteil einer Magazinbeute, das Rähmchen aufnimmt. Zargen können als Brut- oder Honigraum verwendet werden.
Zellenmaß
Abstand beziehungsweise Größe der Wabenzellen. Mittelwände geben ein bestimmtes Maß vor; natürlicher Wabenbau kann variieren.
Zuchtstoff
Sehr junge Larven oder entsprechendes biologisches Ausgangsmaterial aus ausgewählten Völkern zur Königinnenaufzucht.
Passende Werkzeuge und Übersichten
Fachliche Orientierung
Die Begriffserklärungen wurden für eine verständliche Einführung aufbereitet. Als fachliche Orientierung dienen unter anderem die Informationsangebote des Deutschen Imkerbundes, der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau und des Bieneninstituts Kirchhain.
Deutscher Imkerbund: Imkern lernen · LWG Bayern: Bienenhaltung · Bieneninstitut Kirchhain: Imkerei-Wissen
