Varroa-Rechner
Berechne den durchschnittlichen natürlichen Milbenfall pro Tag und ordne das Ergebnis passend zur aktuellen Phase des Bienenjahres ein.
Milbenfall auswerten
Trage ein, wie viele Varroamilben du auf der Bodeneinlage gezählt hast und wie lange der Diagnoseschieber eingelegt war.
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So funktioniert die Gemülldiagnose
1. Bodeneinlage vorbereiten
Verwende einen sauberen Diagnoseschieber. Eine leicht geölte Unterlage erschwert es Ameisen, heruntergefallene Milben zu entfernen.
2. Mehrere Tage beobachten
Lass den Schieber mehrere Tage eingelegt. Bei längeren Zeiträumen ist eine Zwischenzählung sinnvoll, damit das Gemüll übersichtlich bleibt.
3. Tageswert berechnen
Teile die Gesamtzahl der gezählten Milben durch die Anzahl der vollständigen Beobachtungstage.
Schadschwellen im Rechner
Die Bewertung richtet sich nach dem schadschwellenorientierten Varroamanagement der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.
| Phase | Grün | Gelb | Rot |
|---|---|---|---|
| Trachtzeit, Sommerpflege, Nachkontrolle und Reinvasionsphase | unter 5 täglich | 5 bis 10 täglich | über 10 täglich |
| Restentmilbung ab November | unter 0,5 täglich | – | ab 0,5 täglich |
Damit das Ergebnis möglichst zuverlässig ist
- Den Diagnoseschieber vor Ameisen, Wind und anderen Störeinflüssen schützen.
- Alle erkennbaren Varroamilben zählen und den Beobachtungszeitraum vollständig dokumentieren.
- Den Milbenfall während oder unmittelbar nach einer Behandlung nicht mit dem natürlichen Milbenfall verwechseln.
- Die jeweilige Nachwirkzeit einer zuvor erfolgten Behandlung beachten.
- Bei auffälligem Ergebnis die Messung kontrollieren und das Volk zeitnah erneut beurteilen.
- Neben dem Milbenfall auch Brutbild, Volksstärke, Bienen mit verkrüppelten Flügeln und andere Auffälligkeiten beachten.
Weitere Hintergrundinformationen findest du im Beitrag Varroamilbe erkennen und bekämpfen.
Kontrolle nach einer Behandlung
Der Milbenfall während einer Behandlung zeigt zunächst, dass Milben abgetötet werden. Für die Bewertung des Behandlungserfolgs ist jedoch entscheidend, wie hoch der natürliche Milbenfall nach Ablauf der jeweiligen Nachwirkzeit bleibt.
| Beispiel | Nachwirkzeit laut LWG |
|---|---|
| Ameisensäure | 12 Tage |
| Thymol | 2 Wochen |
| Milchsäure | 14 Tage |
| Oxalsäure | 28 Tage |
Erst nach Ablauf dieser Zeit sollte der natürliche Milbenfall für die Nachkontrolle erneut bestimmt werden.
Häufige Fragen zum Varroa-Rechner
Wie berechnet der Rechner den Milbenfall?
Die Gesamtzahl der gezählten Milben wird durch die Anzahl der Beobachtungstage geteilt. Das Ergebnis sind Milben pro Tag.
Wie lange sollte der Diagnoseschieber eingelegt bleiben?
Eine mehrtägige Beobachtung ist aussagekräftiger als eine einzelne kurze Kontrolle. Die LWG beschreibt sieben Tage mit einer Zwischenzählung nach drei bis vier Tagen.
Warum muss ich die Phase des Bienenjahres auswählen?
Der Varroabefall entwickelt sich im Jahresverlauf unterschiedlich. Deshalb ist ein identischer Tageswert im Sommer anders zu beurteilen als während der Restentmilbung im Winter.
Kann der Rechner eine Behandlung empfehlen?
Nein. Der Rechner zeigt die Befallskategorie an. Die konkrete Maßnahme hängt unter anderem von Brutstatus, Tracht, Wetter, zugelassenen Arzneimitteln und dem regionalen Varroakonzept ab.
Was bedeutet ein rotes Ergebnis?
Ein rotes Ergebnis weist nach den hinterlegten Schwellenwerten auf eine akute Belastung hin. Das Volk sollte unverzüglich fachlich beurteilt und das weitere Vorgehen anhand eines anerkannten Varroakonzepts festgelegt werden.
Fachquellen
Grundlage des Rechners ist das schadschwellenorientierte Varroamanagement der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.
LWG Bayern: Varroa und Varroabekämpfung
LWG: Schadschwellenorientierte Maßnahmen
